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Illustration Klima

Industrie

Baden-Württemberg hält eine herausragende Stellung als Industrieregion in Deutschland und Europa. Besondere Kennzeichen sind dabei die mittelständische Struktur und weit verzweigte und tiefe Wertschöpfungsketten. Die Transformation der Industrie - ausgehend von der Automobilbranche - erreicht mittlerweile alle Industriebetriebe. Die Industrie entwickelt innovative Technologien und effiziente Verfahren und trägt damit auch immer stärker zur Lösung von Umweltproblemen und zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen bei. Sie ist somit Antreiber und Impulsgeber unserer Wirtschaft. 

 

Keyfacts zur Bedeutung der Industrie in Baden-Württemberg

Was die Industrie in BW leistet, das zeigt sich auch in Zahlen und Statistiken. Die Industrie leidet aktuell unter den Standortbedingungen. Entlassungen und Werksschließungen drohen, ebenso Verlagerungen. Warum der Einsatz für die Industrie wichtig und lohnend ist, zeigen wir hier mit unseren Keyfacts zur Bedeutung der Industrie, zusammengetragen von den IHKs in Baden-Württemberg.

Anzahl der Industriebetriebe mit mehr als 20 Beschäftigten in Baden-Württemberg

Im langfristigen Vergleich (2007 bis 2024) ist die Zahl der Industriebetriebe (Verarbeitendes Gewerbe) relativ stabil geblieben, schwankend um die Marke von 8.400. Der niedrigste Stand war in 2010, bedingt durch die Finanzkrise der Vorjahre. Anschließend folgte bis 2020 ein Aufwuchs um fast 8 Prozent. Seit 2020 ist ein Rückgang der Anzahl der Betriebe zu verzeichnen. Corona und Energiekrise haben dazu beigetragen, aber auch strukturelle Veränderungen.

Die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie sollte stärker in den Fokus rücken. Maßnahmen zur Resilienz sind notwendig, um künftige Krisen abzufedern und strukturelle Veränderungen zu begleiten.

Anzahl der Industriebetriebe mit mehr als 20 Beschäftigten in Baden-Württemberg

Anteil des verarbeitenden Gewerbes an der Bruttowertschöpfung im Bundesländervergleich

Mit fast 21 % Anteil an der Bruttowertschöpfung ist das verarbeitende Gewerbe eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft – und im internationalen Vergleich ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Baden-Württemberg liegt mit gut 31 % im Bundesländervergleich mit deutlichem Abstand an der Spitze und zählt auch im europäischen Vergleich zu den am stärksten industrialisierten Regionen.

Industrie schafft Wertschöpfung und Beschäftigung: Die Industrie ist nicht nur Wachstumsmotor, sondern sichert in BW jeden fünften Arbeitsplatz direkt – und über starke Zulieferketten viele weitere indirekt. Die hohe Wertschöpfungstiefe des industriellen Mittelstands bildet dabei das Rückgrat des Standortes.

Innovationskraft als Standortfaktor: Ein Großteil der F&E-Ausgaben wird von der Industrie selbst getragen. Das macht BW zu einer der innovationsstärksten Regionen Europas – ein entscheidender Vorteil beim Aufbau von Zukunftsbranchen wie KI, Wasserstoff, Halbleitern oder neuen Werkstoffen.

Gleichzeitig nimmt der Transformationsdruck zu: Dekarbonisierung, Digitalisierung, geopolitische Spannungen, Fachkräftemangel und der globale Wettbewerb stellen hochindustrialisierte Regionen vor besondere Herausforderungen. Der Umbau von Produkten, Prozessen und Geschäftsmodellen erfordert massive Investitionen – und Tempo.

Was jetzt zählt: Die Erschließung und Stärkung von Zukunftsfeldern über alle Industriebranchen hinweg erhöht die Resilienz und sichert unsere industrielle Spitzenposition. Eine starke Industrie ist und bleibt der Schlüssel für Wohlstand, Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit in Baden-Württemberg.

Anteil des verarbeitenden Gewerbes an der Bruttowertschöpfung im Bundesländervergleich

Auszubildendenquote in BW nach Branchen

Ohne Nachwuchs keine Zukunft – und darum bleibt die Ausbildungsquote für Baden-Württemberg entscheidend. Die Auszubildendenquote misst den Anteil der Auszubildenden an allen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten – ein zentraler Indikator für die Fachkräftesicherung und damit für die Zukunftsfähigkeit des Standorts.

  • Langfristiger Trend: Die Quote ist im Zeitverlauf leicht gesunken. Nach einem spürbaren Rückgang bis 2017 zeigen sich seither stabile bis positive Entwicklungen – jedoch mit deutlichen Unterschieden zwischen den Branchen. 
  • Industrie erholt sich deutlich: Das Verarbeitende Gewerbe (inkl. Bau) verzeichnet ab 2020 einen klaren Anstieg. Ein starkes Signal: Die Industrie investiert in Ausbildung und damit in ihre eigene Fachkräftesicherung. 
  • Dienstleistungen fallen zurück: Handel, Dienstleistungen und öffentlicher Sektor lagen fast durchgehend unter dem Industrieniveau und zeigen seit 2021 eine gegenläufige Entwicklung: Das schwächt die Fachkräftebasis dort – und trifft indirekt auch die Industrie (z. B. IT, Logistik, Verwaltung).

Warum das wichtig ist: Eine stabile Ausbildungsbasis ist ein zentraler Standortfaktor – gerade in einem Bundesland mit außergewöhnlich hoher industrieller Wertschöpfung. Wo ausgebildet wird, bleiben Fachkräfte, entstehen Innovationen und sichern Unternehmen ihre Zukunftsfähigkeit. Eine starke Ausbildungsquote ist mehr als eine Kennzahl – sie entscheidet über Innovationskraft, Fachkräftebasis und Resilienz des Wirtschaftsstandorts Baden-Württemberg.

Auszubildendenquote in BW nach Branchen

Industriebeschäftigte in BW-Betrieben (ab 20 Beschäftigten)

Krisen kommen, Krisen gehen – entscheidend ist, wie stabil der industrielle Beschäftigungskern bleibt.

Die Zahl der Industriebeschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe ist ein zentraler Indikator für die wirtschaftliche Substanz und die Widerstandsfähigkeit des Industriestandorts Baden-Württemberg.

Langfristige Entwicklung: Trotz erheblicher Krisen hat die Industrie ihre Beschäftigtenbasis langfristig ausgebaut. Seit 2007 ist die Zahl der Industriebeschäftigten insgesamt gestiegen – unterbrochen durch zwei markante Einschnitte: die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09 und die Coronapandemie.

Wachstum bis 2019 – Rückgang in der Pandemie: Von der Finanzkrise bis 2019 legte die Industriebeschäftigung um rund 15 % zu. Während der Pandemie kam es zu einem deutl!chen Rückgang von etwa –3,5 %.

Aber: Der Trend ist kein Selbstläufer: Aktuelle Entwicklungen – insbesondere in zentralen Industriebranchen wie dem Automotive-Sektor – zeigen, dass diese Stabilität unter Druck steht. Transformation, Kostenbelastungen und Unsicherheiten wirken zunehmend auf Beschäftigungsentscheidungen.

Gefährliche Entwicklungen im Blick behalten:
– Demografischer Wandel und schrumpfende Erwerbspersonenpotenziale
– Strukturelle Veränderungen in Schlüsselindustrien
– Steigende Qualifizierungsanforderungen
– Digitalisierung und Automatisierung verändern Tätigkeitsprofile

Schlussfolgerung: Die Industrie bleibt ein zentraler Arbeitgeber in Baden-Württemberg. Entscheidend für die Zukunft ist jedoch, ob es gelingt,
– den Standort für Fachkräfte im In- und Ausland attraktiv zu halten,
– Transformation aktiv zu begleiten und
– Qualifizierung und Weiterbildung systematisch auszubauen.

Nur so lässt sich industrielle Beschäftigung langfristig sichern – auch unter veränderten Rahmenbedingungen.

Grafik zu den Industriebeschäftigten

Hilfestellungen

Folgende Landesagenturen bieten umfassende Hilfestellungen für Unternehmen:

Allianz Industrie 4.0 BW

Die Allianz Industrie 4.0 ist ein vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg initiiertes und gefördertes Netzwerk. Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen bündelt es die Kompetenzen aus Produktions- sowie Informations- und Kommunikationstechnik und begleitet den industriellen Mittelstand in Richtung Industrie 4.0. Die Koordinierungsstelle ist beim VDMA-Landesverband Baden-Württemberg angesiedelt.

e-mobil BW

Als Innovationsagentur des Landes Baden-Württemberg ist e-mobil BW zentrale Anlaufstelle für alle Belange rund um neue Mobilitätslösungen, Automotive und Wasserstoffanwendungen/ Brennstoffzelle. Technologieoffen treibt e-mobil BW die Industrialisierung, Markteinführung und Anwendung nachhaltiger, klimafreundlicher und lokal emissionsfreier Lösungen voran.